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Mike und Irma on Mexiko Tour 2012

10:39

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Ein Reisebericht von Mike und Irma Pohl; Vallartina

Fotos: Mike Pohl, alle Rechte vorbehalten

Auf unserer Süd- und Zentral-Mexico-Tour 2011 waren wir mit unserer Harley Davidson in Zentral- und Südmexiko unterwegs, dieses Jahr fuhren wir nach Nord-Westen und zwar auf unserem neuen Töfli, einer BMW 1200 GS.

Unsere Reiseroute führte von Puerto Vallarta an der tropischen Pazifikküste zum Fährhafen Mazatlan entlang, über den Golf von Californien auf die Halbinsel Baja California, Puerto Peñasco, Hermosillo, die Sinaloa-Wüste entlang, durch die Sierra Madre Occidental, Durango, Zacatecas und die Hochebenen Jaliscos  zurück nach Puerto Vallarta.

Mike und Irma Mexiko-Tour 2012 Etappen

Am 1. Mai hatten wir Gepäck und Maschine klar, meine Frau Irma hatte schon tags zuvor ihre Sachen verstaut aber im Hotel und Restaurant gibt’s immer noch etwas zu erledigen und so kamen wir erst gegen Mittag in den Sattel und ab ging’s Richtung

Mazatlán, etwa 400 km nördlich Puerto Vallartas an der Pazifikküste gelegen. Übrigens ist Mazatlán die Partnerstadt von Hamm, BRD.  Von Mazatlan aus sollte es mit der Fähre über den Golf von Kalifornien zur Halbinsel Baja California gehen.

Malecon Mazatlan

Zum Andenken an Pedro Infante Mazatlan

Fähre Mazatlan La Paz

von Mazatlan nach La Paz

Wir kamen flott voran und waren am frühen Abend bei Captain Moe, ein empfehlenswertes Bed & Breakfast im neuen Teil (Golden Zone) von Mazatlan. Captain Moe und seine Frau sind beide schon über Siebzig, allerdings topfit und Moe ist selbst begeisteter Biker. Da war es für ihn auch selbstverständlich, unsere BMW im Innenhof unterzustellen. Moe empfahl uns ein gutes Restaurant in der Stadt, ein bisschen sehr auf Gringos eingerichtet, aber ganz o.k. genauso wie das Super-Frühstück von Moe’s Frau am nächsten Morgen. Wir konnten es in Ruhe angehen lassen, denn erst um 13 Uhr mussten wir im Hafen einchecken um mit der Fähre nach La Paz zu schippern. Moe düste uns dann noch mit seinem Roller zum Hafen voraus, unsere Tickets waren gebucht, einchecken verlief flott und problemlos. Die Fähre kostet für eine 2-Personen-Kabine und für das Motorrad rund 3500 Pesos (z.Zt. ca. 200 Euro). Essen in der Schiffs-Kantine ist ebenfalls beinhaltet. Früher hatte die Fähre auf dieser Route ein vernünftiges Restaurant und eine Bar, heute ist dies nur noch reiner Frachtverkehr. Die Überfahrt ist auch relativ langweilig.

La Paz, Baja California erreichen wir zeitig am Morgen, sonnig, warmes Wetter. Etwa eine Stunde dauert es bis wir endlich von der Fähre runter und aus dem Hafen sind. Wir halten uns in La Paz nicht auf, da gibt es für uns nichts was zu besichtigen wäre.Also, das Töfli angeworfen und los gings in Richtung San José und Los Cabos. Die Strecke ist gut, 250 km kurvenreiche aber ordentlich ausgebaute Strassen.

Baja California Strassen durch die Steppe

unterwegs nach Cabo

Baja California, wolkenlos und kahl

das ist keine Postkarte, das ist echt

San José del Cabo erreichen wir gegen 14 Uhr. Die Stadt ähnelt unserer Heimatstadt, Puerto Vallarta, also fahren wir einfach durch, Richtung Cabo San Lucas und weitere 110 km nach Todos Santos.

Todos Santos ist schon einen Besuch wert. Das Städtchen gehört zu den „Pueblos Mágicos“ also Städten und Ortschaften, die besondere Eigenschaften und natürlich viel Geschichte haben. Etwas ausserhalb von Todos Santos wurden einige Super-Resorts gebaut, Ferienanlagen für Leute mit Geld, eine Übernachtung unter 200 USDollar ist dort nicht drin. Wir entschliessen uns für ein vor ca. 8 Monaten eröffnetes kleines Hotel in Todos Santos, das Casa Tota . Guter Service, sogar ein Parkplatz für’s Bike, 100 Dollar die Nacht war o.k. Wir hatten vor unserer Abreise noch andere Hotels gecheckt, z.B. das Hotel California, aber die wollten 170 USD. Wir schauten trotzdem dort auf ein Bierchen vorbei und da erzählte man uns, dass in der Nachsaison nur 100 USD verlangt würden! Tja, was soll man sagen: Pech gehabt, hätte man besser mal die eigene Web-Page aktualisiert!

Am Abend erkundigen wir ein wenig das Dorf, in einer halben Stunde hat man alles im Ortszentrum gesehen. Und natürlich wollten wir früh ins Nest, denn am nächsten Morgen wollten wir so früh wie möglich los: hier ist es warm, 30 bis 35 Grad!

Dachterrasse Hotel Casa Tota in Todos Santos

Hotel Casa Tota in Todos Santos

Auf der Fahrt nach  Loreto (ca.360 km) kommen wir quer durch die südliche Baja zügig voran bis Puerto Escondido an der Sea of Cortez. Ein Superstrand nach dem anderen! Puerto Escondidoist ein wunderschöner Naturhafen auch für grössere Yachten geeignet. Für uns wurde es Zeit nach einer Unterkunft zu suchen. Das macht man am besten indem man ein Bierchen in einer Strandkneipe trinkt. Ein kleines Hotel wird uns empfohlen, nichts aussergewöhnliches, aber zum Schlafen reicht es und das Töfli bekommt auch einen Parkplatz. Abends machen wir eine Verköstigungstour, Street Food ist angesagt: frische Muscheln und noch zappelnde Meeresfrüchte werden an einem Food Stand an der Strasse angeboten, die Auswahl ist enorm und wir futtern uns ausgiebigst durch das fangfrische Meeresgetier, anderthalb Stunden lang bis nichts mehr rein geht! Kurzer Spaziergang und schon fällt uns eine Kneipe mit meinem Namen auf „Mike“. Kleiner Schnack mit der Besitzerin, die uns empfiehlt nach 21 Uhr zu kommen, da gäbe es Livemusik. Also machen wir noch eine Runde durch den Ort und stossen auf eine Bodega, einen Schnapsladen, der auch unsere Hausmarke führt, Don Quijote. Klar decken wir uns ein!

Baja California Panorama

Puerto Escondido Stadtzentrum

Puerto Escondido

Später in der Kneipe „Mike“  schenkt man uns Quijote ein, super! Die Jungrocker spielen nicht schlecht,  rocken einen ab und ruck zuck ist die Flasche leer. Also ein wenig schwankend ins Hotel…

Und mit einem kleinen Kater gehts am 5 Mai weiter Richtung Santa Rosalia, zum Glück nur 140km.  Wieder führt die Strecke an super Stränden vorbei und bei einem sagen wir uns schliesslich: ab zum Schwimmen!

Bucht vor Santa Rosalia

Runter von der Strasse und zu einem Palapa am Strand, Töfli in den Schatten und rein in die Badeklamotten. José, wohl eine Art Strandwärter, kommt auf einen Plausch, er wohnt in einer kleinen Hütte direkt am Strand und hält dort alles unter Kontrolle. „Was wir eben so übrig hätten“ sollten wir ihm als Parkgebühr für die BMW geben und wenn wir Lust auf ganz frische Muscheln hätten, die könnte er uns in einer Stunde servieren. Was für eine Frage! Klar wollten wir! Gerade wollte er los, da kam noch ein weiteres Paar per Jeep angedüst, auch sie wollten Parkplatz+Schwimmen+Muscheln! Wir plauderten mit den Neuankömmlingen, hingen am Strand rum und nach anderthalb Stunden kam José mit seinem Kajak zurück, halbvoll mit gerade geernteten Muscheln. So sassen wir denn alle Fünf im Schatten, putzten die Muscheln. José steuert Tomaten, Chili, Zwiebeln und Zitronen bei und damit mischen wir ein fantastisches Ceviche zusammen. Das Jeep-Paar hat noch tostadas, wir Tequila. Die Ceviche reicht für alle, der Tequila nicht (war ja schliesslich nur ein kleiner Flachmann).

alle beim arbeiten

El Jefe macht Ceviche

Kalt-Köche

Voila Ceviche a la Strandkoch

Mittlerweile ging es auf  5 Uhr nachmittags zu! Wir wollten jedoch noch weiter nach Santa Rosalia. Allerdings müssen wir nun noch einen Stopp in Mulege machen. Denn das Jeep-Paar erzählte uns, auf dem Weg zum Leuchturm gäbe es eine Kneipe namens Racing Bar, wo sie frische Austern in einem shotglas mit Bier servieren! Alles klar, nicht?

Austernshots mit Bier in Mulege Baja California

Racing Bar

Die Kneipe selber, na ja wir sind erstaunt: die Bude ist rappelvoll mit Gringos die hier leben, alle sind Vietnam-Veteranen die sich gerade das Kentuckyderby im TV anschauen. Wir bestellen  unsere ‚shots‘, also ich muss sagen super!!! dazu ein frisch gezapftes Dunkles direkt aus einem Tieffkühler am Tresen.

Aber trotzdem, es sind immer noch 70 km bis Santa Rosalia zu bewältigen, also back in the saddle und wieder entlang an sagenhaften Sandstränden. Gleich am Ortseingang finden wir ein Hotel direkt am Meer. Santa Rosalia, eine alte Minenstadt, reizt uns nicht sonderlich für eine Besichtigung, denn im weiteren Verlauf unserer Tour werden wir noch zu den grossen Minen kommen. So machen wir uns gleich am nächsten Morgen auf nach der Bucht  Bahía de Los Angeles, eine Etappe von ca. 400 km.

Unterwegs, bei Guerrero Negro, an den Ausläufern der Vizcaíno Wüste, wo die grössten Salinen  Mittel- und Südamerikas zu finden sind, wird es kalt. Da wir nur unsere Sommerjacken anhaben frieren wir uns auf den letzen 150km den A#%@  ab! Nachmittags landen wir in der Bucht de Los Angeles, eine etwas verschlafene Gegend, in der hauptsächlich Fischer und alte Gringos anzutreffen sind. Einen dieser Gringos, die ihre Zeit mit Fischen und Biertrinken verbringen lernen wir kennen. Mit seinen 90 Jahren ist er noch ziemlich fit, er unterhält uns volle zwei Stunden mit lustigen Anekdoten, und lädt uns ein, auf einer seiner jährlichen Auto-Touren nach Las Vegas mitzukommen. Na das wollen wir dann doch nicht.

auf dem Weg nach Ensenada

Ensenada wartet in 480 km Entfernung. Morgens ist es in dieser Gegend, selbst um diese Jahreszeit erstaunlich kühl, genauer gesagt, kalt. Die Stadt ist weitläufig umgeben von riesigen Weinbaugebieten. In der Nähe des Kreuzfahrthafens steigen wir im Hotel Cortez ab. Es ist nicht das Ritz, aber es liegt zentral. Für uns war Wäschetag angesagt, also kurz ins Hotel, frische Klamotten angezogen, alte Klamotten für die Wäscherei zusammengepackt und ab in die Stadt. In Ensenada gibt es Stände mit frischen Meeresfrüchten wie es Pommesbuden an jeder Ecke in Deutschland gibt. Vor zwölf Jahren waren wir schon mal in der Gegend und Mariscos El Guëro war uns in bester Erinnerung. Also nix wie ran an die Bude, die an einer regelrechten Fress- und Saufmeile liegt. Alle halbe Stunde werden dort von den örtlichen Fischern Meeresfrüchte, Fisch, Krebse, Krabben und Muscheln angeliefert, alles knallfrisch! Wir futterten eine Stunde lang, bis nichts mehr ging. Danach machten wir uns auf für ein paar Bierchen und einen Verdauungs-Tequila. Man merkt auch in Ensenada, dass Nachsaison ist aber auch, dass die fetten Zeiten vorbei sind: ‚la crisis‘ sorgte dafür, dass fast ein Drittel der Läden geschlossen wurden.

Wir waren ja bereits in einem sehr bekannten Weinbaugebiet, am nächsten Morgen werden wir aber mitten ins Herz der Baja-Weine fahren, ins Valle de Guadalupe.

Noch ein paar Eindrücke von unterwegs

und der Link zu Teil 2 >click

Mike und Irma muy feliz

Muscheln satt in Puerto Peñasco

Holzofen-Bäckerei in Santa Rosalia

das war einmal ein Wal

Mikro-Bier na so was!

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